Pandemie der „guten Bürger“?!

Das Bedürfnis ein „guter Mensch“ zu sein, liegt in jedem von uns. Wir werden im Kindesalter bereits dahingehend erzogen, was als „gut“ und „böse“ zu berücksichtigen gilt. Je nach Charakter und Beziehung, fällt es uns leicht oder eben nicht, die Dinge so zu tun, wie sie gesellschaftlich als gut akzeptiert werden.

Die Gefahr dahinter ist, dass wir uns von dem, was mehrheitsbedingt unter dem, was logisch als gut eingeordnet wurde, in einem Spektrum bewegen, dass wir manche Dinge eventuell selber gar nicht wirklich als gut identifizieren könnten, wenn wir uns ausgiebig mit dem Thema auseinander setzen würden.

Wir merken also, dass es eine Dynamik hinter unserem Denken und unserer Wertvorstellung gibt. Wir wollen friedlich und in Harmonie leben und auch als Menschen erkannt werden, die Gutes bewirken und tun.

Wie kommt es dazu, dass Kinder beginnen, schlechtes zu tun, indem sie beginnen zu lügen, zu verheimlichen, oder sich zu Dingen hinreißen zu lassen, die eindeutig nicht unter die Kategorie „gut“ eingeordnet werden können?! Im Grunde ist ein Teil des Verhaltens genetisch bedingt, aber eben auch ein großer Teil soziales Lernen und Nachahmen unserer Bezugspersonen.

Kinder sind sehr von dem Verhalten ihrer Bezugspersonen geleitet, sie erkennen Dinge als richtig, die ihnen als richtig vermittelt werden. Die Vermittlung von Werten, die unsere Bezugspersonen ausrichten, wird unser Urteilsvermögen nachhaltig formen. Sie wird Ausschlag geben, über unsere Haltung und Einstellung gegenüber unserem Umfeld.

Wir müssen unterscheiden zwischen Sympathie und Antipathie. Erscheint uns ein Mensch sympathisch und genießt unser vertrauen, werden wir viel weniger sensibel auf die Dinge reagieren, die er erklärt, als bei einem Menschen, der eine gewisse Antipathie in uns auslöst. Unsere Toleranz ist sehr eingeschränkt, bei Menschen, die wir als fremd oder unsympathisch empfinden.

Bestimmte Symbole lösen bei uns Gedanken und Gefühle aus. Wir kategorisieren mehr, als wir uns bewusst sind. So kann ein Mensch aus einem bestimmten Herkunftsland, einer bestimmten Religion, einer bestimmten Gruppe, von uns als negativ bewertet werden und sich daraus eine ungerechte Handlung und Benachteiligung ergeben, obwohl dieses Verhalten nicht gerecht ist und von außen betrachtet als schlecht bewertet werden kann, ohne das wir es wirklich beabsichtigen.

Wir leben in einer komplexen Zeit und müssen Dinge bewerten und einordnen, die sich nicht für jeden gleich bewerten und einordnen lassen. Während es einigen Menschen leicht fällt, Maßnahmen zu befolgen und sie sich damit als Teil einer Gemeinschaft wahrnehmen, die solidarisch aufeinander achtet, sehen sich andere reglementiert und ziehen vielleicht Vergleiche zu den unserer Zeit vorausgegangenen Gemeinschaften, die Menschen ausgegrenzt und unter Zwang von ihrer Selbstbestimmung beraubt haben. Viele Menschen erleben die Maßnahmen, die sich aus unserer derzeitigen Krise ergeben, extrem und bedrohlich, während andere sich ohne Probleme damit arrangieren können.

Schwierig ist es dann, wenn jene Gruppen, die die Maßnahmen nur in ihrem Kontext betrachten können und denen die Ungewissheit der Entwicklung dieser Pandemie, mit all den wirtschaftlichen und sozialen Folgen, keine Probleme bereitet, da sie abgesichert sind und stabil bleiben, die Gruppen verurteilen, die unter der Situation schlimmes Leid erfahren.

Wo bleibt die Verantwortung jener Menschen, die sich voll hinter die Maßnahmen stellen und andere, die sich damit nicht arrangieren wollen, als unvernünftig und negativ, erklären?!

Sind wir nicht ein Volk, dass sich zu einer selbstbestimmten und freien Gesellschaft bekennt und darauf stolz sind?! Frauenrechte, Selbstbestimmung, Inklusion, Integration. All diese Dinge treiben wir voran, unsere Bundeskanzlerin ist als einflussreichste Frau der Welt bekannt. Warum verstehen viele Bürger nicht, dass ein Eingreifen des Staates, wie es derzeit passiert, für unsere Gesellschaft gewöhnungsbedürftig ist. Dazu kommt der wirtschaftliche Supergau, die Verunsicherung ist daher doch absolut nachvollziehbar.

Wieviel Maßnahmen verträgt unsere Gesellschaft?! Was lösen diese Maßnahmen bei dir persönlich aus?! Wie kommst du durch die Krise?!

#Pandemie #Gesellschaft #Selbstbestimmung

Photo by Nandhu Kumar on Pexels.com

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: