Verlust

Verlust ist zunächst ein unangenehmes Wort, das unangenehme Gedanken auslösen kann. Verlust ist ein Thema, dass einem Menschen in seinem Leben früher oder später begegnen wird. Natürlich sind Verluste schon in unserer Kindheit spürbar, doch nur wenige erfahren ihn so massiv, dass er sie ein Leben lang prägen wird.

Der Verlust eines nahen Verwandten, Freundes oder Elternteil, in jungen Jahren, ist dabei sicher der einschneidendste Verlust und prägt unser Leben länger, als wir uns vorstellen können.

Eine Form von Verlust kann auch eine ungesunde Bindung sein, die ambivalente Verhaltensweisen in uns hervorruft. Da wir den erlebten Verlust von Kontrolle, oder Bindung, vermeiden wollen, indem wir schon bei bestimmten Situationen in die Distanz gehen und uns schützen. Dies erfolgt meist unbewusst.

Wir erleben den Verlust unserer Welt, wie wir sie kannten, in diesen Zeiten, ganz besonders nah. Das wirkt sich besonders auf unser mentales Empfinden aus, wenn wir bei dem Thema Verlust bereits vorbelastet sind. Vielleicht reagieren wir mit permanenter Anspannung, weil wir diesen schleichenden Kontrollverlust wahrnehmen und versuchen auszuharren, bis diese Pandemie vorbei und unser Leben wie gewohnt weiter gehen kann.

Vielleicht gelingt es uns aber auch besser, uns mit dieser Situation zu arrangieren, da wir diesen Verlust annehmen können und wissen, dass er unser Leben zwar verändert, aber im Loslassen unserer alten Situation, etwas Neues empfangen können.

All diese Dinge sind ein Prozess, an dem wir als Gesellschaft teilnehmen. Jeder auf seine Weise. Dann wird von Verlust der Demokratie gesprochen. Wir sind tief verunsichert, inwiefern uns diese Beschneidung unserer Freiheit und die Maßnahmen, verändern werden. Was bleiben wird und was sich für immer verändern wird, ist nur wie in einem Nebel wahrnehmbar.

Verlust zu bewältigen und auszuhalten, ist ein Thema, dass wenig in unserer Gesellschaft wahrgenommen wird. Wir neigen dazu, in den meisten Bereichen für Kontrolle und weitgehende Selbstbestimmung zu sorgen. Diese Entwicklung wird immer weiter vorangetrieben, wir bestimmen wann und wie unsere Kinder entbunden werden, wie unsere Partner zu sein haben, wo und mit wem wir leben und was wir erreichen wollen.

Das Leben bedeutet Verlust. Der Schmerz, der daraus entsteht, ist Teil unseres Reifeprozesses. Wenn wir gelernt haben, loszulassen und anzunehmen, werden wir Heilung erfahren und der Schmerz wird verarbeitet werden können. Wenn wir das nicht akzeptieren wollen, wird dieser Schmerz in uns arbeiten und uns zu Handlungen und Verhaltensweisen verleiten, die in und an uns mehr Schaden verursachen und in eine größere Unfreiheit führen, als wir ertragen sollten.

Wir bemerken häufig nicht, wo in diesem Prozess wir stecken. Manchmal gelingt es uns gut loszulassen, manchmal stecken wir fest und benötigen Hilfe von außen. Wir müssen uns klar werden, dass wir einen gesunden Umgang mit diesem Thema finden sollten, da wir krank werden können und uns mehr schaden werden, wenn wir Verdrängung und Aktivismus wählen, um den Kontrollverlust und Schmerz nicht wahrnehmen zu wollen. Diese Reaktion kann eine zeitlang ganz richtig sein und uns helfen, wie eine erste Hilfe Maßnahme, die dazu beiträgt, den Verletzten aufzufangen und soweit zu stabilisieren, dass er zu einer umfassenden Behandlung transportiert und vorbereitet werden kann.

Mit unserer Seele sollten wir nicht anders umgehen. Wir können zunächst ein „Erste-Hilfe-Programm“ anwenden, aber eine umfassende Auseinandersetzung kann häufig erforderlich sein, um gesund zu werden und Heilung zu erfahren.

Photo by Andrea Piacquadio on Pexels.com

Wie gehst du mit Verlust um? Ist Verlust ein Thema, mit dem du schon als Kind konfrontiert warst?

#Verlust #Loslassen #Lebenwagen

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